Goj Theater

Unsere nächsten Veranstaltungen:

' „Ich möchte den Himmel mit Händen fassen“ - Ein Abend für Selma Merbaum

Wiederaufnahme: Musikalisch-szenische Lesung mit Petra Steck und dem Thomas Bachmann Trio

Mittwoch, 12. 9. 2018 / 20.00 Uhr im thalhaus Wiesbaden
Freitag, 14.9. 2018 / 20.00 Uhr Bessunger Knabenschule Darmstadt

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Selma Merbaum wurde 1924 in Czernowitz geboren.1942 stirbt sie im SS-Arbeitslager Michailowka/Ukraine an Flecktyphus. Häufig wird Selma Merbaum als zweite Anne Frank bezeichnet. Aber es ist nicht nur die äußerliche Ähnlichkeit, das Schicksal des Holocaust und das tragische Ende, das die beiden jungen Frauen verbindet, sondern vor allem die Leidenschaftlichkeit des Schreibens – Schreiben als Überlebensstrategie und als Dokument der Unauslöschbarkeit des Individuums.

Selmas „Tagebuch“ sind 58 Gedichte, zusammengestellt für ihren Freund Lejser Fichman zu einem Album, dem sie den Titel „Blütenlese“ gab. Was Anne dokumentierte, hat Selma in ihrer Lyrik verdichtet: die Sehnsucht nach Liebe und einem eigenen Leben, die Zweifel auf der Suche danach und die unbändige Lust und Entschlossenheit, es mit allem aufnehmen zu wollen. Und wie bei Paul Celan und Rose Ausländer, beide ebenfalls in Czernowitz geboren, sind die Gedichte von Selma nicht nur Dokumente der untergegangenen deutsch-ostjüdischen Kultur, sondern ein einzigartiges Zeugnis der Liebe zur dichterischen Schönheit der deutschen Sprache: „Es ist eine Lyrik, die man weinend vor Aufregung liest: so rein, so schön, so hell und so bedroht … Weltliteratur, die die Welt nicht kennt.“ (Hilde Domin)

Die musikalisch-szenische Lesung mit Petra Steck (Schauspiel & Rezitation) vom GOJ T-A-TR und dem renommierten Thomas Bachmann Trio  begibt sich auf eine Spurensuche zu Selma, die – so der letzte Eintrag in ihrem Album – “keine Zeit gehabt hat, zu Ende zu schreiben”. Es ist auch eine Reise an Orte wo einmal „Menschen und Bücher lebten.“(Paul Celan)

Neue Produktion 2018/2019

Work in progress: Das Utopie-Projekt

Welche Halbwertzeit haben Utopien? Verkehren sie sich in der Realität zwangsläufig in Dystopien, oder ist seit Thomas Morus’ „Utopia“ (1516) jedem Entwurf von einer idealen Welt und Gesellschaft per se die Gefahr seiner totalitären Pervertierung inhärent?
Sollte, wer Visionen hat, also vielleicht doch besser zum Arzt gehen, oder brauchen wir endlich und gerade heute wieder Visionäre, denen wir glauben können: „I have a dream“? Und wo stehen wir selbst – zwischen Ideal und Wirklichkeit?

Das Jahr 2018 bietet genügend Jahrestage und Anlässe darüber nachzudenken: 200. Geburtstag von Karl Marx, 100 Jahre Novemberrevolution, 50 Jahre seit der 68er-Revolte und der Ermordung Martin Luther Kings … Uns ermuntert es, uns aufs Neue mit diesem Thema künstlerisch auseinanderzusetzen. Denn schon in der Arbeit für unser Projekt „feels like Heimat – Szenen für unterwegs“ war „Utopie“ eine wichtige inhaltliche Bezugsgröße – ganz im Sinne von Robert Menasse: „Heimat ist die schönste Utopie“. Inzwischen hat „Heimat“ nicht nur eine fast inflationäre gesellschaftliche Renaissance erfahren, der Begriff wird zunehmend auch wieder mit äußerst ambivalenten politischen Implikationen aufgeladen. Wird aus Morus’ „Utopia“ ein postmodernes „Retrotopia“ in dem an die Stelle des Glaubens an eine bessere Zukunft die Verklärung der Vergangenheit und eine „verzweifelte Sehnsucht nach Kontinuität in einer fragmentierten Welt“ (Zygmunt Baumann) treten?

Spannende und, wie uns scheint, sehr aktuelle Fragen! Und nachdem wir nicht ins „Ministerium für Heimat“ berufen worden sind, gehen wir diesmal lieber gleich in Vorlage und gründen selbst das „Ministerium für Utopie“, zuständig für die Betreuung aller Visionäre, Träumer, Desillusionierten, Zweifler und Renegaten. Frei nach Rio Reiser: „Der Traum ist aus, aber ich werde alles tun, dass er Wirklichkeit wird.“ Weil wir mit Oscar Wilde glauben: „Eine Weltkarte, die das Land Utopia nicht enthielte, wäre es nicht wert, das man einen Blick auf sie wirft, denn in ihr fehlt das einzige Land, in dem die Menschheit immer landet.“

' Mitgestaltung der Vernissage zur Ausstellung „Glamour, Avantgarde und Latzhose“

4. November 2018, 12.00 Uhr
Frauenmuseum Wiesbaden, Wörthstraße 5

www.frauenmuseum-wiesbaden.de

© Foto: Frauenmuseum Wiesbaden

' „Aber etwas fehlt …“

Das Utopie-Projekt / Part I: Vorabend

18. November 2018,  18.00 Uhr
Kulturstätte Monta, Schulberg 7-9, 65183 Wiesbaden

www.kulturstaette-montabaur.de

' Das Utopie-Projekt / Premiere

8. & 9. März 2019 / 20.00 Uhr / thalhaus Theater, Nerotal 18, 65193 Wiesbaden

www.thalhaus.de

 

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